PRESSEMITTEILUNGEN

Die Karrierekiller

"Gefährliche Viren" zerstören aussichtsreiche Führungskarrieren

Aus Anlass eines Symposions zur Feier des dreißigjährigen Bestehens der S.U.P haben Partner und befreundete Wissenschaftler eine Bilanz gezogen. Dabei sind sie auf ein hochinteressantes Phänomen gestoßen: sie haben die von S.U.P bei dieser Gelegenheit so benannten "Karriere-Killer-Viren" entdeckt. Diese nisten sich vorwiegend in Karrierekonstellationen oder Weichenstellungen ein, die für die Betroffenen unwissentlich zu einer erheblichen Verminderung der Karrierechancen führen. Nur wenn sie nicht durch kluge Maßnahmen korrigiert werden, können sie wie ein schädlicher Virus den größten Teil der Karrierekraft von selbst hochbegabten Kandidaten zum Teil oder nahezu gänzlich aufzehren.

Wie konnte dieses Phänomen gerade bei S.U.P entdeckt werden? S.U.P, vor etwa 40 Jahren in Frankfurt/Main gegründet und seit über dreißig Jahren mit dem Namen S.U.P Executive Quality geführt, zählt zu den ältesten deutschen Unternehmensberatungen und hat vor allem durch den Schwerpunkt auf dem Gebiet der Personalforschung wesentliche Anstöße gegeben. Zum Thema Karriereplanung sind in diesen dreißig Jahren von den Partnern der S.U.P über 100.000 Führungskräfte analysiert worden. Mit einigen der besten unter ihnen sind langfristige Coaching Verträge geschlossen worden. Aus den meisten der durch S.U.P im Coaching betreuten Kandidaten sind Spitzenmanager geworden. Aber zugleich sind in regelmäßigen Abständen etwa 12 - 15 000 andere Kandidaten regelmäßig zu Kontroll- und Feedbackgesprächen eingeladen worden. Aus diesen Gesprächen konnten wesentliche Erkenntnisse für eine optimale Karriereentwicklung gewonnen werden, die vor allem in der spezifischen Coachingberatung Anwendung fanden.

Das Thema des S.U.P Symposions im Rückblick auf dreißig Jahre S.U.P lautete " welche Faktoren beschleunigen oder verhindern Karrieren?". Dabei sind die Teilnehmer und Partner der S.U.P auf das Phänomen der "Karriere-Killer-Viren" gestoßen. Im folgenden sollen einige der typischen Konstellationen und "Brutstätten" für die gefährlichen Karrierekiller kurz dargestellt und die karrierezerstörenden Mechanismen analysiert werden.


1. Die Todesspirale:

Durch interessante und aktuelle Beispiele wurde dieser besonders gefährliche Typus gleich zu Anfang herausdestilliert: Der Kandidat des ersten Beispiels verfügt über exzellente Voraussetzungen, Promotion, Post Graduate Studium, er durfte bei einem bedeutenden Industrievorstand assistieren, sollte für eine große Karriere vorbereitet werden, es geht ihm nicht schnell genug, er akzeptiert das wohltönende Angebot einer Geschäftsführung für eine kleine internationale Tochtergesellschaft (oder wie in einem zweiten Beispiel die Vorstandsposition einer Venture Capital Gesellschaft), der Markt im einen Fall erweist sich als nicht reif für die ausländischen Produkte, im zweiten Fall "fliegt das Ding" nicht und der geplante Börsengang ( IPO) fällt ins Wasser. Der Rausch, dem sich die hochtalentierten Jungmanager hingeben, indem sie sich einreden, "für unsere Geschäftsidee hat man uns 20 Millionen gegeben als Startkapital für unseren Weg in die Selbständigkeit" führt zu einem Trugschluss: denn mit den zehn oder fünfzehn Prozent, die man ihnen am Kapital der Firma einräumt, haben "die Gründer" kaum Einfluss auf die Geschicke des Unternehmens. Bei hohem Risiko verdingen sie sich als billige Arbeitskraft und locken noch dazu viele andere junge Leute aus sicheren Positionen auf das gefährliche Terrain.

Der Möchtegerngeschäftsführer des ersten Beispiels muss aus der Not heraus eine Entscheidung für eine neue Position in einer drittklassigen Firma treffen. Seine Motivation für die neue Aufgabe ist nicht besonders groß, die alten Freunde und Gönner sind enttäuscht. Aus der Unzufriedenheit entsteht eine recht hohe Wechselfrequenz, die Einkommenslinie pendelt sich in unruhigem Ausschlag auf relativ niederem Niveau ein. Die bei ihrem missratenen IPO Versuch enttäuschten Venture Capital Abenteurer haben es schwer, sich von ihren Höhenflügen zu verabschieden und auf den Boden der Wirklichkeit zurückzufinden.

Wie lässt sich der Virus vom Typus Todesspirale beschreiben? Vielleicht durch Benennen der für ihn typischen verführerischen Argumentationen. Sie schleichen sich in das Unterbewusste der Kandidaten ein und lauten: es geht alles zu langsam, man möchte gern selber das Sagen haben, gaukelt sich gar die Selbstständigkeit vor, weiß ohnehin dank frischer Hochschulausbildung und Verbildung durch eine Art Gehirnwäsche bei einer der modernen Top Management Beratungen alles besser und glaubt den Weg zum Erfolg dramatisch abzukürzen. Ergebnis: in neunzig Prozent der Fälle funktioniert die Abkürzung nicht und die eigentliche Todesspirale nimmt ihren Lauf. Der Virus beweist seine hohe Meisterschaft, immer wieder vorzugaukeln wie attraktiv die jeweils neuste Aufgabe ist, obgleich sie objektiv immer weniger bedeutet. Die Todesspirale kommt als Motiv übrigens bereits im deutschen Märchen vom Hans im Glück vor.


2. Falsche Sequenz von Aufgaben:

Es ist heute so üblich in gut geführten Unternehmen, dass man den Talenten aus dem Goldfischteich, wenn die nächste Beförderung ansteht, zumeist zwei bis drei Optionen anbietet. Die Wahl der Qual führt dann oft zu unglücklichen Entscheidungen, häufig auch noch beeinflusst durch ungeschickte außenstehende Ratgeber oder aber durch eigennützig rücksichtslose Interessen von innen. Statt auf das Karriereziel zu achten, nämlich in relativ kurzer Zeit von knapp zehn Jahren sich in Richtung General Management zu qualifizieren, lässt man sich mit Aufgaben in einer funktionalen Spezialisierung überhäufen und man findet vor lauter Überlastung nicht den nötigen Abstand, um das Ziel zu erreichen, und man muss viel später feststellen, dass man das Ziel verfehlt hat und keine Fahrkarte mehr in Richtung Topmanagement lösen kann, wenn man schon Mitte 40 ist.

Der Virus nutzt zur Überlistung falsche Begriffe der Pflichterfüllung und Prioritätensetzung, um den begabten Jungmanager vom idealen Weg abzubringen. So heißt es dann womöglich, "muss ich noch dieses Projekt ordnungsgemäß zuende führen", obgleich kein Ende abzusehen ist, da die Konzeption nicht stimmt, etc.

3. Das "Ungnade-Syndrom" und seine Ursachen:

Man kennt die Fälle, oder besser die "Opfer", zum Beispiel die der zum Teil etwas autokratisch anmutenden Personalpolitik der Piechs, Schrempps oder Wiedekings unserer Zeit. Man ist schnell geneigt, den "völlig überraschend" entlassenen Entwicklungschef X oder Forschungschef Y oder Qualitätschef Z (die Beispiele sind konkret bekannt) als Opfer von Willkürentscheidungen einzustufen.

Doch bei näherem Hinsehen stellen sich die meisten dieser Fälle anders dar: die in Ungnade Gefallenen standen in ihrem Karriereweg in früheren Jahren stärker unter dem Schutz der Aura ihres großen Chefs und haben sich später "freigeschwommen". Die frühere Nähe und die neue vermeintliche Freiheit führen zu Fehlentwicklungen. Die eigenen Entscheidungen werden nicht genügend in die Gesamtstrategie eingebettet. Selbstherrliche Reden werden geführt. In Heckeschützenmanier wird die Konzernstrategie im Gespräch mit anderen kritisiert. Es werden Entscheidungen getroffen, die nicht genügend abgesichert sind. Im weitesten Sinne leben die betroffenen "Märtyrer" nicht in der Gnade ihres Herrn. Genau genommen leben sie, geschickt von den listigen Viren des "Ungnade-Syndroms" aufgestachelt, in Ungnade. Und es ist nur eine Frage der Zeit, wann die notwendige Entscheidung getroffen wird, die zur erheblichen Reduzierung des Karrierepotentials führen muss.


4. Die starke "bessere Hälfte"

"Cherchez la femme" sagen die Franzosen, oder "wir leben im Jahrhundert der Frau", sagt der neue DIHT Präsident Carl Ludwig Braun. Für erfolgreiche Karrieren sind die Ehefrauen oft der entscheidende Rückhalt gewesen in der Vergangenheit. Doch die Zeiten ändern sich. Die Flexibilität und Einsatzbereitschaft der Ehefrauen zur Unterstützung der Karrieren der Männer lassen nach. Das deutlichste Signal ist die stark nachlassende Bereitschaft der Frauen, mit der Familie an den Arbeitsort des Mannes umzuziehen.

Dies ist nur ein äußerliches Signal. Ein Zeichen für tiefer greifende Veränderungen. Denn häufig sind es gar nicht die Ehefrauen, die für die mangelnde Entschlusskraft der Ehemänner den Ausschlag geben. Vielmehr bauen die Männer gewissermaßen gegenüber ihren Vorgesetzten das mächtige "Über Ich" ihrer Frauen auf und versuchen sich so aus der Schlinge zu ziehen, um nur ja keine eindeutige Entscheidung treffen zu müssen. Dies führt in einzelnen Fällen sogar dazu, dass die Ehefrau buchstäblich ins Feld geführt wird und ihre Rolle auch richtig ausspielt. Sie spricht das "Nein" der Verweigerung aus, das eigentlich im Unterbewussten des Mannes entstanden ist und baut sich solidarisch mit ihrem Ehemann als unüberwindliches Hindernis der Karriereentwicklung auf.

Welcher Virus verbirgt sich hier? Es werden besondere Beziehungen vorgespiegelt in Fällen, in denen es eigentlich ein gestörtes Beziehungsfeld gibt. In einzelnen Fällen geht dies sogar soweit, dass beide Partner zwei unabhängig gleichrangige Berufstätige mit unabhängigen Wohnsitzen und gelegentlichen Wochenendkontakten sind. Das Karrierepotential wird in all diesen Beispielen mehr oder weniger stark reduziert (abhängig von der Resistenzfähigkeit und Belastbarkeit der einzelnen Charaktere). Zu groß ist das Konfliktpotential der einzelnen, das aufgrund der gestörten Beziehungen und zusätzlichen Belastungen abzuarbeiten ist. Der Killervirus hat sein Ziel erreicht, wenn er aus der gestörten Beziehung eine Pattsituation entwickeln konnte, die ideal dazu geeignet ist, wie ein Vollbremsung auf jede weitere gesunde Karriereentwicklung zu wirken.


5. Die große Verweigerung:

Individualisten neigen zum Eskapismus, zur Flucht aus den strengen Anforderungen einer steilen Karriere. Dies gilt auch für Persönlichkeiten , die sich nicht stromlinienförmig anpassen wollen, die trotz hoher Qualifikation für den beruflichen Erfolg nicht viel mehr als den kleinen Finger reichen möchten und allerhöchst in geregeltem Rhythmus "von neun bis fünf" Uhr arbeiten mögen, ansonsten sich ihrer Familie und ihren Hobbys widmen.

Die große Verweigerung kann im sozialen Umfeld eines Unternehmens durchaus ausgleichende und positive Wirkungen zeitigen. Allerdings führt diese Haltung zu einer Belastung, wenn sie im Sinne der Virusstrategie zur Ideologie und Beckmesserei führt. Besonders unangenehm wird diese Einstellung, wenn sich ohnehin Spannungen und arbeitstechnische Überlastungssituationen ergeben. Dann spätestens gerät der durch den Virus der großen Verweigerung Befallene in die Zwickmühle. Er lebt seine Bequemlichkeit und innere Ruhe zu Lasten des sozialen Gefüges und Friedens aus. Er wird gewissermaßen zum Schädling der Gemeinschaft, wird ausgegrenzt und wird zum überflüssigen Rad im Getriebe, wie am Beispiel eines großen deutschen Konzerns sichtbar: dort wurde einmal in einem Jahr 1.500 der bestbegabten Physiker eingestellt und überwiegend in Tätigkeiten eingesetzt, die ihnen so gut wie keine Möglichkeiten gaben, sich auf Führungsaufgaben hin zu entwickeln, mit dem Ergebnis, dass das Potential eines ganzes Jahrgangs vergeudet wurde und der deutlich grünlich angehauchte Eskapismus Virus fröhliche Urstände feiern konnte. Denn die Physiker, die keine adäquaten Aufgaben fanden, machten aus der Not eine Tugend und begnügten sich damit, statt ihre Fähigkeiten in schwierigen Managementsituationen zu üben, sich im physikalisch mathematischen Laborbetrieb gleichsam auf kleiner Flamme am Leben zu erhalten und sich dabei mit der Zeit jeder Karriereambition zu entschlagen. Mit dem völlig falschen Erfolg, dass die Personalchefs des Konzerns die Physiker generell stigmatisierten als eine Gattung Manager, die für Führungsaufgaben weniger geeignet sei.

Im Thema der großen Verweigerung fühlt sich unser Virus offenbar besonders wohl. Hier kann er nicht nur einzelne Talente isolieren, nein, er vermag ganze Berufsgruppen wie in unserem Falle die Physiker auszugrenzen und an der Nase herum zu führen. Die Karrierekiller lösen gewissermaßen eine Kettenreaktion aus.


6. Fernweh und kein sicherer Weg zurück.

Der Traum von der großen weiten Welt ist oft gerade bei jungen Menschen besonders ausgeprägt. Sie sind vom Gedanken der Internationalität ihres Tuns fasziniert und haben ihren Horaz nicht gelesen, der schon in der Antike sagte "caelum non animum mutant, qui trans mare currunt", mit anderen Worten, den Himmel über sich, aber nicht ihren Geist verändern die, die über die Meere eilen.

Für den soliden Aufbau einer Karriere ist es wichtig, zunächst einmal im Stammhaus eines guten Unternehmens Wurzeln zu schlagen, ein tragfähiges Beziehungsnetz aufzubauen und dann erst einen Auslandseinsatz zu planen. Er sollte nur dann ausgedehnt werden, wenn man auf Dauer plant, als Länderchef im Ausland zu bleiben. Ansonsten ist es ratsam, so bald wie möglich wieder zurückzukehren, um die neuen Erfahrungen in eine Fortsetzung und Steigerung der Karriere mit einzubringen und das alte Beziehungsnetz weiter auszubauen.

Bereits der Dichter Horaz hatte den Virus entlarvt, der da listig einzuflüstern versucht , viele und abwechslungsreiche Reisen und Auslandseinsätze steigerten die Möglichkeiten und bereicherten den Geist und damit die Karrierechancen. Man muss im Gegenteil sagen, dass die wettergegerbten "Internationalen" nach einer gewissen Zeit oft eher ausgelaugt wirken und zu einer Spitzenkarriere nicht mehr taugen, wenn sie endlich zurückgekehrt sind.


7. Verlust des "Momentums" durch einen verpatzten Start

Es kommt auf den idealen Start an zur Entwicklung einer optimalen Karriere. Die Wahl des ersten Unternehmens ist entscheidend für den gesamten weiteren Weg. Die ersten beruflichen Eindrücke prägen ungemein. Sie entscheiden aber auch, welche Anschlussaufgaben möglich werden. Das Motto gilt: sage mir mit wem du umgehst und ich sage die, wer du bist. Oder anders gesagt, sage mir, mit wem du umgegangen bist, und ich extrapoliere daraus, wie dein weiterer Weg aussehen könnte, wie dein künftiger Chef, dein künftiges Unternehmen, weitere Aufgaben für dich aussehen dürften.

Wie kommt es, dass manch ein Start verpatzt ist? Nun, viele Anfänger haben ein nur sehr unklares Bild von ihrem künftigen Weg. Sie geben sich oft nicht genügend Mühe, geeigneten Rat zu suchen und zu finden. Der "Virus" sagt, verlass dich auf dein Gefühl, du machst es schon richtig. Oft spielen auch private Momente, wie die Freundin und/oder der Freund am falschen Ort. Es komme ja nicht so sehr auf die erste Position an, Hauptsache, man fängt überhaupt erst einmal an. Später kann man dann sehen und etwas Besseres finden.

Wenn man bedenkt, wie wenig Zeit man hat, um eine Karriere in die richtige Umlaufbahn zu entwickeln, so kann bereits der Verlust des "Momentums" durch einen verpatzten Start zu einer wesentlichen Reduzierung aller Möglichkeiten führen, die später dann nicht eingeholt oder ausgeglichen werden können. Gerade die erste Position stigmatisiert den einzelnen Kandidaten ganz besonders, beeinflusst die Sequenz der folgenden Schritte, die einer Logik entspricht, wie sie von S.U.P Experten gelesen und entchiffriert werden können im Sinne "führungsgenetischen Codes", wenn man so will.


8. Die Auswahl des ersten Vorgesetzten

Noch wichtiger als die Wahl des ersten Unternehmens ist und bleibt die Wahl des ersten Vorgesetzten. Traditionell war es oft so, dass man beim Karriereeinstieg mehrere prominente Firmen anschrieb und sich für "das beste Angebot" entschied. Wer beim ersten Versuch nicht angenommen wurde, "ging über die Dörfer" und nahm von dem was übrig blieb oder startete in einem Dienstleistungsunternehmen. Auf die Wahl des richtigen ersten Vorgesetzten nahmen die wenigsten Rücksicht.

Bei der Analyse besonders erfolgreicher Karrieren ( dem Haupttätigkeitsfeld der S.U.P ) fällt auf, dass in über neunzig Prozent der Fälle die Erinnerung an den ersten Vorgesetzten noch positiv präsent geblieben ist und Wörter fallen wie "prägende Phase" oder "habe ich in besonders dankbarer Erinnerung" oder "wir stehen heute noch in Verbindung".

"Je blasser die Erinnerung an den Vorgesetzten, desto flacher der weitere Karriereverlauf", diesen Satz verdrehen die spezifischen Viren, die bei der Auswahl der ersten Vorgesetzten behilflich sind in folgendem Sinne: "es kommt nicht auf den Vorgesetzten an, sondern auf die Aufgabe, das Unternehmen" oder "die erste Station ist nur ein Übergang, auf den dann bald etwas Neues und Besseres folgt" oder "es kommt nur auf Dich an, Du bist so begabt, dass Du Deinen Weg schon gehen wirst" etc. - Man sollte sich jedoch bei der Auswahl des ersten Vorgesetzten auf keine Kompromisse einlassen. Die Frage, welche Vision, welche Ziele er mit seinem Führungsbereich verfolge, oder welche Talente er schon entwickelt und gefördert hat, und natürlich auch die Frage nach dem Chemiefaktor müssen gestellt werden. Nur dann kann man sich aus der Gefahr befreien, die die Frage nach dem ersten Vorgesetzten zu bagatellisieren versucht.


9. Die unreifen Früchte

Es ist richtig, dass man zur Entwicklung einer optimalen Karriere nur wenig Zeit hat und dass es vor allem darauf ankommt, Unwege zu vermeiden, um nur ja keine Zeit zu verlieren. In diesem Satz verbirgt sich ein Gedanken, der gern von unseren Karriere Verhinderern missbraucht oder verdreht wird. Eine Karriere auf Teufel komm heraus machen, heißt in den meisten Fällen, einen zu frühen Schritt zu machen, um sich aus der teilweise mühevollen, dienenden Anfangsphase zu befreien. Meist greift man dabei zu, wenn eine vermeintlich größere und anscheinend glänzende Aufgabe, bei entsprechend glänzender Bezahlung geboten wird. Gefährlich ist ein solcher Schritt, wenn er unvorbereitet und zu früh geschieht, wenn die Möglichkeiten in der Aufgabe noch nicht richtig ausgelotet sind, die Leistung noch nicht ausreicht für eine positive Referenz.

Entscheidend bei der Beurteilung einer solchen neuen Herausforderung ist die Potentialbeurteilung des Kandidaten. Bei großem Potential kann der Schritt in eine Aufgabe, die nur einen mittleren Entwicklungsrahmen verspricht, auf Dauer eine Verminderung und Einschränkung des Gesamtpotentials bedeuten. Dies gilt vor allem für einen Wechsel von einer erstklassigen Firmenadresse in eine weniger gute. Denn ein solcher Schritt wird ja auch von den bisherigen Mentoren genau beobachtet, von deren Gunst und Meinung die weitere Entwicklung wesentlich abhängt.

Wie wirken die schlechten Ratgeber (oder wie wir hier gesagt haben: die Karrierekiller) in solchen Entscheidungssituationen? Sie sagen: Du bist so begabt, Du kannst aus jeder Aufgabe einen großen Erfolg machen. Es kommt in erster Linie auf Dich und nicht so sehr auf andere an. Jeder ist schließlich seines eigenen Glückes Schmied. Sie suggerieren, dass eine sorgfältige Karriereplanung übertrieben sei, dass es in der Entwicklung von Erfolgskarrieren keine Logik gebe, dass vielmehr das Prinzip des Zufalls (wer wem zufällig bei dem berühmten Gang über den Hof begegnet) entscheidend sei. Diese Betrachtungsweisen führen oft dazu, dass vorschnelle Entscheidungen getroffen, unreife Früchte geerntet werden und sich später entsprechende Verdauungsbeschwerden (s. das Beispiel Todesspirale) einstellen


10. Freiraum geben für die unsichtbaren Karrierekiller

Karrierekillerviren gibt es überall im Bereich der Führungsentwicklung. Es liegt schon in der Natur der Sache, dass die egoistischen Interessen vieler einflussreichen Persönlichkeiten in den Industrien selber, aber auch solche unter den Fachberatern in gefährlicher Weise auf Entscheidungen einwirken. Sie tun dies aus zumeist kurzfristigem Interesse heraus, ähnlich wie Politiker, die häufiger von taktischem Kalkül als von staatsmännischem Denken angetrieben sind.

Dabei wäre es allemal für alle Beteiligten besser, wirklich eine optimale und langfristig richtige Entscheidung zu treffen. Aber in der industriellen Praxis ist das wohl häufig zuviel verlangt. Deshalb wird für die unsichtbaren Karrierekiller immer wieder zuviel Freiraum gegeben. Man lässt sich von ihren auf die eigene Schwäche oder Bequemlichkeit abzielenden Überraschungsangriffen immer wieder überrumpeln. Besonders infam gelingt die Verhinderung , wenn dann wirklich einmal die entscheidende einmalige Karrierechance geboten wird. In solchen Situationen lässt sich immer wieder beobachten, dass die Kandidaten dann oft unerklärlicher Weise zurückzucken, sagen, dass sie im Moment andere Prioritäten sähen, dass sie noch ein bisschen Zeit bräuchten, nicht ahnend, dass die optimale Chance damit unwiderruflich verpasst wurde und dass sie dann später - zur großen Freude der kleinen unsichtbaren Verhinderer - bei einer weniger tragfähigen Gelegenheit zugreifen. Die umstehenden Paten und Beobachter schütteln dann oft den Kopf, weil sie die Entscheidung nicht verstehen können. Erst viel später erkennen die Beteiligten dann, welche Folgen das Ausweichen für den Rest der Karriere hatte.

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an den Pressereferenten der S·U·P, Herrn Christian Preiser
christian.preiser@sup-consultants.com
tel.: 0049(0)69 - 63 00 81-37
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